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Forum Dorfen
Mo. 13.2.12: Ungarn in der Krise - entsteht in Budapest ein faschistisches Regime?
von Stefan Brandhuber am 11. Januar 2012

Vortrag über die aktuelle Situation in Ungarn: Während ähnlich wie in Griechenland die Staatspleite droht, baut die rechte FIDESZ-Regierung Ungarn schrittweise in Richtung Diktatur um. Unterstützt wird sie von der faschistischen JOBBIK-Bewegung, die militant antiziganistisch und antisemitisch ist und gerade auf dem Land eine Massenbasis hat. Die innerungarische Opposition gegen das nationalistische FIDESZ/JOBBIK-Lager ist kaum organisiert, verschafft sich aber zunehmend über Demonstrationen und Internet-Aktionen Gehör. Insbesondere in Fragen der Finanzpolitik gerät die ungarische Regierung in Widerspruch zu den EU-Institutionen und -führungsmächten, die eine stärkere Einflussnahme Budapests auf die Nationalbank nicht tolerieren wollen.
anschl. Diskussion

Beginn: 19:30
Ort: Johanniscafé Dorfen, Johannisplatz
Veranstalterin: AG International Dorfen

 
Verschiedenes
Landshuter Appell gegen atomare Bedrohung
von Stefan Brandhuber am 25. März 2011

Am Montag den 21.03.2011 wurde auf der Mahnwache gegen Atomkraft vor dem AKW ISAR-1 der "Landshuter Appell gegen atomare Bedrohung" initiiert. Der Appell stellt kurz gesagt zwei fundamental-wichtige Forderungen auf:

1. Der Verzicht auf die Nutzung von Atomenergie wird im Grundgesetz verankert. Er kann dann von einzelnen Regierungsparteien nicht mehr ohne weiteres außer Kraft gesetzt werden.

2. Die Macht der Monopole der marktbeherrschenden Energieversorger wird durch dezentrale Anbieterstrukturen gebrochen und in kommunale Trägerschaft übergeben. Bereits vorhandene Großkraftwerke sind von kommunalen Konsortien zu übernehmen. Das Leitungsnetz wird gesondert und unter gesellschaftlicher Kontrolle betrieben.

Der Landshuter Appell steht also für einen unumkehrbaren Weg zur Abwicklung der Atomwirtschaft unter vollständiger und transparenter Kontrolle der Bürger_innen. Lobbyismus und Deals mit Regierungen zum Wohle der Atomindustrie müssen für immer ein Ende finden. Wahlkampfmanöver und faule Kompromisse dürfen nicht weiter den Umgang mit dieser hochgefährlichen Technologie bestimmen.

Landshuter AppellZeichnet den Appell jetzt online unter www.landshuter-appell.de und sendet diesen Aufruf an Freunde und Bekannte.

 
Katastrophe von Fukushima: die ersten unabhängigen Messungen der Radioaktität sind alarmierend.
von Stefan Brandhuber am 14. März 2011

Übersetzung eines Artikels der französischen website sortirdunucléaire.fr vom 13.3.11:

Das Netz „Sortir du nucléaire“ („Raus aus der Atomenergie“) gibt den Bericht wieder, wonach sich sechs unabhängige Journalisten der Vereinigung JVJA (Japan Visual Journalist Association), darunter der Direktor des Magazins Days Japan, Ryuichi Hirokawa, am Sonntag des 13. März um 10 Uhr 20 in die Nähe des Rathauses von Futaba begeben haben, keine 2 km von Fukushima Daiichi entfernt, um die Radioaktivität mit drei Geiger-Zählern zu messen. Es handelt sich unseres Wissens um die erste unabhängige Messung durch japanische Journalisten, denen wir für ihren Mut danken, daß sie ihren Beruf ernst und diese Risiken auf sich genommen haben.

Beim Rathaus von Futaba, zwei Kilometer vom Kraftwerk Fukushima Daiichi entfernt, überschritt die Radioaktivität den Meßbereich bestimmter Geigerzähler, welche die Journalisten benutzt haben. (BEIGER COUNTR, VICTOREEN 209-SI, und MYRate PRD-10)
Mit Hilfe eines Zählers VICTOREEN 209-SI konnte die Strahlendosis mit 100 Milli-Röntgen/ Stunde bestimmt werden (das sind 0,1 mSv/h, was bedeutet, daß ein japanischer Bürger innerhalb von 10 Stunden diejenige Dosis abbekommt, welche in Frankreich für ein Jahr erlaubt ist.) Der Journalist, Ryuichi Hirokawa, der die Messung durchgeführt hat, erläutert: „Als ich Ende Februar in Tschernobyl eine Reportage machte, betrug die Radioaktität 200 Meter vom Unfallreaktor entfernt 4 Milliröntgen/h (0,04 mSv/h). In der Stadt Pripjat 4 Kilometer vom Reaktor weg, lag das Niveau bei 0,4 Milliröngten.“

Die mit den beiden anderen Apparaten gemachten Messungen schwankten in einer Bandbreite von 20 bis 1000 Mikro-Sievert die Stunde (0,02 bis 1 mSv/h). Was heißt das? 1 mSv repräsentiert das obere Niveau der in Frankreich erlaubten Strahlung, der die Bevölkerung durch künstliche radioaktive Strahlung ausgesetzt werden darf. In nur einer Stunde erhält der japanische Bürger diese Dosis.
Aus diesen Informationen, die ein dramatisch erhöhtes Niveau an Radioaktivität in der Umgebung des Reaktors bestätigen, können wir nur schließen, daß die gesundheitlichen Folgen schwerwiegend sein werden.
Erinnern wir uns, daß die Radioaktivität diesen Morgen 400- fach über dem normalen Niveau der Präfektur von Miyagi lag, die in einer Entfernung von 80 km zum Atomkraftwerk Fukushima Daiishi liegt.

Die japanischen Behörden sind dabei, jegliche Kontrolle über die Situation zu verlieren. Das Netz „Sortir du nucleaire“ warnt die Bürger: die japanische Regierung versucht so viel wie nur möglich den Ernst der sich entwickelnden Katastrophe und der Belastung der Umwelt mit Radioaktivität herunterzuspielen. Mit der Regierungskonferenz vom Samstag des 12. März und dem Versuch der Desinformation des französischen Industrieministers Eric Besson, hat sich die Maschine der Informationsunterdrückung bereits in Bewegung gesetzt, auch in Frankreich.
Die japanische Atomkatastrophe wird zeigen, ob es noch mehr an Bedrohlichkeit und Gefahren bedarf, welche die Atomenergie den Bevölkerungen aussetzt. Die einzig politisch verantwortliche Lösung für Japan wie für die gesamte Welt kann nur lauten: Ausstieg aus der Atomenergie.

Aus dem Französischen von Stefan Junker

 
Verschiedenes
Kommuniswas?
von karl am 18. Januar 2011

Das neue Jahr beginnt mit schaufensterlicher Empörung: Ein böses Wort ist gefallen, d a s böse Wort, nicht versehentlich sondern absichtlich, auch schriftlich, sozusagen vorsätzlich. Die Urheberin ist nicht irgendwer sondern die Parteichefin der Linkspartei, Gesine Lötzsch. Im Reichstag hat sie ihren Platz und ihre Rolle wie alle anderen auch. Wenn sie dort den Finanzmarktkapitalismus geißelt, die Dominanz der Konzerne und Superreichen anprangert und soziale Gerechtigkeit einfordert, gelegentlich auch den demokratischen Sozialismus, dann parieren das auch Hinterbänkler von der CSU mit eingeübten Zahlen und Phrasen und schnell is wieder Ruh´.

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Verschiedenes
Anti-Atom-Protest in Niederbayern
von Stefan Brandhuber am 31. Dezember 2010

In Ohu bei Landshut stehen 2 von 17 aktiven Kernreaktoren in Deutschland. Isar 1 wurde 1979 ans Netz angeschlossen und ist damit der drittälteste aktive Kernreaktor in Deutschland. Isar 2 wurde 10 Jahre später gebaut und produziert seit 1988 Strom. War noch im sogenannten „Atomkonsens“ von Rot-Grün aus dem Jahre 2001 die Abschaltung von Isar 1 für 2012 und Isar 2 für 2021 vorgesehen, will schwarz-gelb die Reaktoren nun bis 2019 bzw. 2034 am Netz lassen. Dagegegen formiert sich Protest: Wöchentliche Mahnwachen, Kundgebungen und  letzten Oktober sogar eine Demo mit 1800 Menschen.

Getragen wird der Protest von B90/Grüne, dem Bürgerforum gegen Atomkraft, dem BUND, der Bürgerinitiative Isartal, der SPD und der ÖDP. Gemeinsam bilden sie seit Januar 2010 das Bündnis für Atomausstieg (BüfA) und vertreten im Wesentlichen die Position der rot-grünen Vorgängerregierung eines "Einstiegs in den Ausstieg". Kritisiert werden die Gefahren, die allgemein von Kernkraftwerken ausgehen: Sowohl im regulären Betrieb durch Niedrigdosisstrahlung, die v.a. im Nahbereich das Krebsrisiko bei Kindern erhöht wie auch im Unglücks- oder Anschlagsfall, bei dem etwa durch eine Kernschmelze wie in Tschernobyl oder durch einen Flugzeugabsturz eine unbeschreibliche Katastrophe ausgelöst werden könnte.

Da hat sich sogar die lokale CSU angehängt und fordert halblaut die Abschaltung von Isar1. Isar 2 solle aber weiterproduzieren, da er sicherer als Isar 1 und aufgrund seiner größeren Leistung nicht so leicht durch regenerative Energieerzeugung zu ersetzen sei.
Das BüfA  fordert wenig mehr: Abschaltung von Isar 1 und keine Laufzeitverlängerung von Isar 2. Monatliche Kundgebungen in Landshut und wöchentliche Mahnwachen in Ohu sollen die GegnerInnen zusammenhalten und wenn möglich zu einer Bewegung wachsen lassen, die dann im Sommer 2011 so stark sein soll, daß eine politische Entscheidung gegen die aktuell vereinbarte Laufzeitverlängerung fallen muß. Was ist da dran?

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