|
von Jara Schätz und Lucie Verbole am
01. Dezember 2010 |
|
Am 1.12.2010 ereignete sich im Gymnasium Dorfen etwas Ungewöhnliches. Mehr als 150 Schüler entschlossen sich, nicht in den Unterricht zu gehen. Selbst als der Schulrektor, Herr Motschmann, sie vom Schulgelände verwies, gaben sie nicht auf, und demonstrierten auf der Straße weiter. „Wir wollen ein sozial gerechtes Bildungssystem. Der Zugang zur Bildung ist ein Menschenrecht ! Doch in Deutschland ist es nicht für alle gewährleistet !“, betonte einer der Organisatoren. Der Lerndruck steigt mehr und mehr.
Es wurden Flyer verteilt und überall hingen Plakate und Fahnen zum Thema „Wir wollen keine Lernfabriken ! Wir sind gegen das G8!“ Mit diesen Ansprachen machten viele Schüler und Schülerinnen des Gymnasiums Dorfen klar, dass es so nicht weitergehen soll. Viele Lehrer schlossen sich dieser Meinung an, fanden aber, dass man so eine Demonstration außerhalb der Unterrichtszeiten veranstalten sollte. „Bildung sollte kostenlos sein, und jeder sollte es sich leisten können, in die Schule zu gehen “ , meinte ein Teilnehmer der Demonstration.
Jara Schätz und Lucie Verbole, 7. Klasse |
|
|
von Hans Elas am
16. November 2010 |
|
Sabine Czerny ist Grundschullehrerin in der Umgebung von München und sie ist aufmüpfig. Dafür wurde sie von der Schulbehörde gemaßregelt. Ihre Erfahrungen mit der Grundschule haben sie bewogen, ein Buch zu schreiben mit dem bemerkenswerten Titel: "Was wir unseren Kindern in der Schule antun:...und wie wir das ändern können". Darin befasst sie sich u.a. mit folgenden Fragestellungen:
Warum so viele Kinder schon so früh die Lust am Lernen verlieren. Warum in so vielen Familien die Schule Streitthema Nr. 1 ist. Warum so viele Kinder trotz jahrelangen Schulbesuchs nicht über die erwarteten Kompetenzen und Fähigkeiten verfügen. Warum Deutschland zurecht vorgeworfen wird ein diskriminierendes Schulsystem zu haben. Das gerade erst erschienene Buch kostet 17,99 € und hat eine massenhafte Verbreitung verdient.
Ebenso zu empfehlen ist das Buch der inzwischen pensionierten Münchner Gymnasiallehrerin Ursula Leppert: "Ich hab eine Eins! Und du? Von der Notenlüge zur Praxis einer besseren Lernkultur".Preis: 14.90 €. Es handelt sich auch hier um eine schonungslose Abrechnung mit dem bestehenden Schulsystem. |
|
von Hans Elas am
30. September 2010 |
|
„Die bayerische SPD hat bei einem kleinen Parteitag am Samstag in Bayreuth gefordert, alle bayerischen Schüler künftig bis zur zehnten Jahrgangsstufe an einer Gemeinschaftsschule zu unterrichten.“
Die Meldung der Süddeutschen Zeitung ist vom 10.Mai dieses Jahres. Sie hat alle überrascht, die die bayerische Bildungspolitik genauer verfolgen. Überrascht deshalb, weil die SPD bisher zwar einer Verlängerung der gemeinsamen Schulzeit das Wort geredet hat, diese Verlängerung aber nur auf sechs Jahre verstanden wissen wollte. Nunmehr also soll diese SPD den „radikalen Umbau des Schulsystems“(SZ) fordern? Das wär wirklich ein gewaltiger Schritt für eine Partei, die mit ihrem Platz in der Parteienlandschaft grundsätzlich zufrieden ist, wenngleich sie mit den Ergebnissen der letzten Wahlen nicht glücklich sein kann.
Was nun die SPD genau beschlossen hat, ist nicht so leicht zu erfahren. Auf der Homepage ist der Antrag, nicht aber der Beschluss zu finden. Erst auf schriftliche Nachfrage klärte sich, was unter einer sozialdemokratischen Gemeinschaftsschule tatsächlich zu verstehen ist: Ein alter Hut!
|
|
Weiterlesen...
|
|
|
von Hans Elas am
29. Oktober 2010 |
Di, 16.11.: Bildungsstreik in Rosenheim
10 Uhr, Max-Joseph-Platz
Weltweit gehen in diesen Wochen hunderttausende Schüler_innen, Student_innen, Leh-rer_innen und Eltern raus auf die Straßen, um gemeinsam für ein gerechtes und kostenloses Schulsystem zu kämpfen. Und auch in Rosenheim tut sich was. Ein lokales Bildungsstreik-Bündnis ruft für Dienstag, 16.11. zu einer Demo explizit während der Schulzeit auf. Die Forderungen lauten unter anderem „Weg mit dem 12-Jährigem Abitur“, „Ein Schule für Alle“, das selbstverständlich kostenlos, „Demokratisierung der Schulen“ sowie „Unternehmen raus aus den Schulen“. Dafür braucht es ordentlich Druck. Deshalb wird aufgerufen am 16.11. um 10.00 Uhr zum Max-Josef-Platz auf die Demonstration für Bildungsgerechtigkeit zu kommen.
Kontakt:
Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.
Website: bildungsstreikrosenheim.beepworld.de
|
|
von Hans Elas am
11. September 2010 |
|
Zu Beginn des Schuljahres 2010/11 meldet die Süddeutsche Zeitung diverse Baustellen an. Eine davon ist die „neue“ Mittelschule, die die alte Hauptschule ablösen soll, damit sich an den bestehenden Schulstrukturen nichts ändert. Lassen wir Tina Baier, die Journalistin der SZ zu Wort kommen. Sie schreibt:
„Darum geht’s: Ziel der Mittelschulreform war, das Hauptschulsterben aufzuhalten. Wegen Schülermangels mussten in den vergangenen Jahren reihenweise Hauptschulen schließen. Fast zwei Drittel der 979 Hauptschulen in Bayern werden sich in diesem Schuljahr als Mittelschule bezeichnen oder Mitglied eines Mittelschulverbunds sein.
Das sagt der Minister: Die Mittelschule ist Bildungsgerechtigkeit; alle Jugendlichen in Bayern sollen die Möglichkeit haben, in der Nähe ihres Wohnorts einen Mittleren Schulabschluss zu machen. In der Mittelschule werden die Kinder schon ab der fünften Klasse individuell gefördert, weil es dort jetzt eine Intensivierungsstunde zusätzlich gibt.
Das sagen die Kritiker: Eine einzige Intensivierungsstunde ist ein Witz. Damit kann der Unterricht nicht viel individueller werden, als das ohnehin schon an den meisten Hauptschulen der Fall war. Überhaupt bietet die Mittelschule im Vergleich zur Hauptschule nichts Neues.
Das ist die Prognose: Eltern und Schüler werden merken, dass die Mittelschule nur eine Hauptschule unter anderem Namen ist. Sie werden deshalb auch die Mittelschule meiden. Das Sterben der Volksschulen geht weiter, im besten Fall etwas langsamer als ohne die Reform.“ (SZ, 11.9.10)
Im Landkreis Erding lässt man sich in diesem Schuljahr noch nicht auf die Mittelschule ein. Bei den Vorbesprechungen hatten sich unerwartete Planungsprobleme ergeben. Aber ab 2011/12 soll’s losgehen.
Als weitere Baustellen werden in der SZ benannt: Doppelter Abiturjahrgang, Lehrermangel, Ganztagsschule und Flexible Grundschule. |
|
|
|
|
|
|
|