In der ganzen Naturgeschichte kenne ich kein ekelhafteres Wesen als die sozialdemokratische Partei.

Gustav Landauer

Arbeit
Lohn/Gehalt
Alles geht kaputt ... und ich lache ?
von Sepp Aigner am 19. August 2010

Zwischen dem Kampf um Verbesserungen innerhalb des Bestehenden und einer radikalen Kritik des Bestehenden liegt nicht Verrat, sondern ihre Konkretion

Am Schießstand rot-grüner, schwarz-gelber Regierungspolitik

Seit Jahren wird eine Reform-Salve nach der anderen abgefeuert. Den Projektilen werden Liebesgrüße eingeritzt: Hartz I, II, III, IV, Agenda 2010 … Es fehlt nur noch 9/11.

Das Tempo ist atemberaubend, an Munition wird nicht gespart. Mal geht der Schuss ins Knie, mal in die Hüfte[1]… Deckung suchen, Fluchtwege ausfindig machen ist für viele erschöpfender Alltag. In den Gefechtspausen verteilen rot-grüne Schützen auch mal Verbandspflaster (Legalisierung der gleichgeschlechtlichen Ehe, Anhebung der Zuverdienstgrenze für ALG-II-BezieherInnen) und Placebos (ab 2006 müssen Manager börsennotierter Aktiengesellschaften ihre Bezüge offen legen). Sie selbst nutzen die Ruhephasen, studieren die Wirkung, verändern den Schusswinkel, optimieren die Munition, bilden neue Kanoniere aus …

Die reformistische Linke beklagt ›unnötige‹ Härten, hebt die verstreuten Hülsen auf – und feilt das Kaliber der Reformprojektile von sieben auf Sechskommafünf Millimeter herunter.

Die radikale Linke scheint unbekümmert dazustehen. Sie berechnet cool die Flugbahn der Projektile, analysiert deren Durchschlagskraft … um dann wieder aufs Ganze zu gehen: »Revolution ist großartig – alles andere ist Quark!«[2]

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Leiharbeit
Zeitarbeit, Leiharbeit
von Sepp Aigner am 19. August 2010

Die Zeitarbeit bekommt Gegenwind aus der Mitte der Gesellschaft

Nach dem Ende der Zeitarbeit bleiben nur sieben Prozent der zuvor arbeitslosen Leiharbeiter dauerhaft in regulärer Beschäftigung. Dies ist ein zentrales Ergebnis einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), die am Dienstag in Berlin vorgestellt wurde.

Außerdem haben die betroffenen Arbeitnehmer „einen Lohnnachteil in substanzieller Höhe“, denn sie verdienten 20 bis 25 Prozent weniger als regulär Beschäftigte, so die Forschungsgruppe. Die aktuelle Anzahl der Leiharbeiter liege bei etwa 750.000, Anfang 2004 seien es noch 300.000 gewesen. Die Mehrzahl arbeite im Produktionssektor, sei männlich und habe ausländische Wurzeln. Etwa die Hälfte der Leiharbeitsverhältnisse endet nach der Studie bereits innerhalb von drei Monaten.

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